Schwungvolles Ensemble
Konzert des Blasorchesters Markt Feucht
10. Mai 2011 | "Der Bote" | Julia Ruhnau
Feucht - Bei Blasmusik denkt der Durchschnittsbürger an Pauken, Trompeten, Marschmusik und Kirchweihumzüge. Dass ein Blasorchester ein wenig mehr drauf hat als das, zeigte das Blasorchesters Feucht am Samstagabend in der Reichswaldhalle. Mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Klassik, Filmmusik, Latinorhythmen und Marschmelodien unterhielt das schwungvolle Ensemble das Publikum in der Reichswaldhalle - und wirkte dabei ziemlich modern.
Eröffnet wurde der Abend mit drei Darbietungen des Jugendorchesters, das seit dem letzten Konzert vergangenen Herbst einigen Zulauf an Klarinette, Saxophon und Querflöte bekommen hat. Unter der Leitung der gut gelaunten Klarinettistin und frischgebackenen Abiturientin Marlene Roth spielten die knapp 30 Jungen und Mädchen unter anderem Melodien aus Mary Poppins und das bekannte „I will follow him". Danach wurden auch zwei der Musikerinnen geehrt, die gerade das Musikerleistungsabzeichen D1 absolviert haben.

Im Anschluss übernahmen die „Großen" die Bühne und brachten mit dem Stevie-Wonder-Hit „Sir Duke", einer Hommage an die Größen der Jazzmusik, die Halle in Schwung.
Moderiert und angekündigt von Helmut Schleif und Kerstin Baumgart folgten Ausschnitte aus verschiedenen Verdi-Opern, der Olympiade Marsch sowie „The Syncopated Clock", ein Stück, das dem Ticken einer Standuhr gewidmet ist.
Den meisten unbekannt, deswegen aber nicht weniger mitreißend präsentierte das 35-köpfige Orchester außerdem eine Komposition zu Robinson Crusoe, in der nach Moderator Helmut Schleif „Wind, Wasser, Leidenschaft und Verzweiflung" zum Ausdruck kamen. Dirigent Paul Meiler leitete seine Musiker dabei bestimmt durch alle Tempi und Klangvariationen und präsentierte so Bläserzusammenspiel auf hohem Niveau.
Nach der Pause setzte sich der Streifzug durch die Musikstile fort. Mit Jazz- und Musical-Klängen wie dem Klassiker „Memory" aus Andrew Lloyd Webbers „Cats", Filmmusik und Medleys zeigten die Bläser noch einmal ihre Vielseitigkeit.

Das letzte Drittel wartete schließlich mit südamerikanischen Klängen von Copacabana und Co auf, die die Bläser ebenso souverän zum Leben erweckten wie das abschließende „Henry Mancini Portrait", ein Medley aus Melodien des US-Komponisten, dem zum Beispiel die Titelmusik zu „Der rosarote Panther" zu verdanken ist.
Das Publikum in der Reichswaldhalle, die zum Bedauern des Vereins noch nicht ganz gefüllt war, quittierte die Leistung des Orchesters mit anhaltendem Applaus, so dass die Musiker noch gerne ihre mitgebrachten Zugaben auspackten.